Sizilien im Januar 2026: Wetter, Stimmung, Zahlen und ein ehrlicher Blick auf den Jahresanfang
Sizilien - Wo das azurblaue Mittelmeer auf jahrtausendealte Geschichte trifft. Entdecken Sie die größte Insel des Mittelmeers mit ihren antiken Tempeln, lebendigen Märkten, dem majestätischen Ätna und einer Küche, die Ihre Sinne verzaubern wird. Sizilien: Eine kulinarische, kulturelle und landschaftliche Entdeckungsreise
Italien – Land der Pasta, des guten Kaffees … und der Vulkane. Die meisten denken sofort an den Vesuv oder den Ätna. Klar, die zwei Riesen dominieren jedes Schulbuch. Aber da sind noch viele andere. Manche gefährlich, manche längst erloschen, manche eher unterschätzt. Ein paar davon möchte ich hier im Detail vorstellen. Ohne Filter, ohne Klischees – dafür mit Zahlen, Geschichten und einem kleinen Augenzwinkern.
Lage: Liparische Inseln, nördlich von Sizilien
Höhe: ca. 924 m über dem Meer, tatsächlich fast 3.000 m hoch, wenn man den Sockel unter Wasser mitrechnet
Letzter Ausbruch: quasi ständig – Stromboli ist einer der aktivsten Vulkane der Erde
Stromboli ist kein stiller Riese. Er spuckt in kurzen Abständen Lavafontänen aus. Manchmal alle 10 Minuten. Das Spektakel ist so regelmäßig, dass Fischer ihn früher als Navigationshilfe nutzten – daher der Spitzname Leuchtturm des Mittelmeers.
Die Ausbrüche sind oft klein, strombolianische Explosionen eben. Aber unterschätzen sollte man ihn nicht: 2019 kam es zu einem größeren Ausbruch, bei dem ein Tourist ums Leben kam. Der Vulkan ist also ein Paradebeispiel für Schönheit und Gefahr im Doppelpack.
Wandern? Möglich, aber streng reglementiert. Ohne Guide geht’s nur bis 400 Meter, darüber hinaus braucht es Genehmigung. Sicherheit geht vor, und das merkt man hier besonders.
--> Alles über den Vulkan Stromboli
Lage: Ebenfalls Liparische Inseln
Höhe: 500 m
Letzter größerer Ausbruch: 1888–1890
Allein der Name hat Geschichte. Die Römer glaubten, hier arbeite Vulcanus, der Gott des Feuers. Und ja: noch heute riecht es nach Schwefel, sobald man von Bord der Fähre steigt. Die Fumarolen am Gran Cratere sind fast schon eine Attraktion für sich.
Im 19. Jahrhundert wurde der letzte große Ausbruch ausführlich dokumentiert. Er war so prägend, dass Wissenschaftler seither von „vulkanianischen Eruptionen“ sprechen – also heftige Explosionen mit Asche- und Gasausstoß.
Kleine Anekdote am Rande: Baden im warmen Schlamm war lange beliebt. Inzwischen ist das Thermalbad jedoch geschlossen, weil die Gaskonzentrationen zu hoch wurden. Natur eben – nicht immer berechenbar.
Lage: Westlich von Neapel
Art: Caldera, kein klassischer Kegel
Durchmesser: rund 13 Kilometer
Bekannte Aktivität: immer wieder Bodenhebungen, zuletzt seit 2012 verstärkt
Die Phlegräischen Felder sind kein einzelner Vulkan, sondern ein riesiges System. Eine Art verbeulter Kessel, in dem es brodelt. Historisch gesehen hochgefährlich: Der Ausbruch vor rund 39.000 Jahren (Campanian Ignimbrite) gilt als einer der stärksten der letzten 200.000 Jahre.
Heute zeigen sich die Campi Flegrei eher subtil. Schwefeldämpfe steigen aus Solfataren auf, der Boden hebt und senkt sich (Phänomen: Bradyseismus). Seit einigen Jahren gibt es verstärkt Warnungen. Forscher diskutieren offen darüber, wie nah das System an einem kritischen Punkt ist. Keine Panikmache, aber Fakt: In der dicht besiedelten Region Neapel wäre ein größerer Ausbruch katastrophal.
Lage: Südliche Toskana
Höhe: 1.738 m
Letzte Aktivität: vor etwa 180.000 Jahren
Wer durch die Toskana fährt, denkt eher an Weinberge, Olivenhaine, Zypressen. Kaum einer verbindet die Landschaft mit Vulkanismus. Doch der Monte Amiata ist ein alter Stratovulkan. Heute längst erloschen, aber immer noch geologisch spannend.
Interessant: Unter seinem Einfluss bildeten sich Thermalquellen – etwa in Bagni San Filippo. Außerdem war Amiata jahrzehntelang ein Zentrum des Quecksilberabbaus. Erst in den 1980er-Jahren wurden die Minen geschlossen.
Touristisch ist der Vulkan eher ein Bergziel. Im Winter Skigebiet, im Sommer Wandergebiet. Kaum jemand denkt hier noch an Lava.
Lage: Im Golf von Neapel, westlich von Capri
Höhe: Monte Epomeo 789 m
Letzter Ausbruch: 1302
Ischia ist beliebt für Thermalquellen, Strände und Weingärten. Aber die Insel ist vulkanischen Ursprungs, geprägt durch Hebungen und Senkungen. Der Ausbruch von 1302 war heftig genug, um Lavaströme bis ins Meer zu schicken.
Seitdem herrscht Ruhe. Doch tektonisch gesehen ist Ischia noch aktiv. Immer wieder gibt es kleine Beben. Die Bevölkerung lebt damit, die Wissenschaft beobachtet genau.
Lage: 100 km südwestlich von Sizilien, 70 km nordöstlich von Tunesien
Höhe: Monte Grande, 836 m
Bekannt durch: Obsidianvorkommen, „Pantellerit“ – ein seltenes vulkanisches Gestein
Pantelleria liegt ziemlich isoliert im Mittelmeer. Die Insel ist eigentlich die Spitze eines riesigen Unterwasservulkans. Spektakulär: Vor etwa 45.000 Jahren ereignete sich hier eine gigantische Eruption (Green Tuff eruption).
Heute ist die Aktivität gering, doch Fumarolen, heiße Quellen und ein Unterwasservulkan südlich der Insel erinnern an die Kraft, die hier schlummert. Pantelleria ist eher für Wein (Zibibbo) bekannt, aber ohne die Vulkanböden wäre das gar nicht möglich.
Lage: Rund 20 km südöstlich von Rom
Art: Caldera
Höhe: Monte Cavo, 949 m
Letzte Eruption: vor ca. 36.000 Jahren, kleine Aktivität möglicherweise noch vor 20.000 Jahren
Kaum einer denkt beim Besuch der „Castelli Romani“ daran, dass er sich in einer alten Caldera bewegt. Doch die Seen Albano und Nemi sind vulkanischen Ursprungs.
Forscher vermuten, dass der Vulkan nicht endgültig erloschen ist. Tief im Untergrund könnten noch Prozesse laufen. Anzeichen: kleinere Beben und Bodenbewegungen. Ein Risiko für Rom? Theoretisch ja, praktisch gilt die Wahrscheinlichkeit in den nächsten Jahrhunderten als sehr gering. Trotzdem: Roms „Hausvulkan“ ist wissenschaftlich spannend.
Vulsini (Latium): Letzter Ausbruch vor ca. 100.000 Jahren, zahlreiche Kraterseen wie der Bolsena-See.
Lipari (bei Vulcano): Kleinere Eruptionen bis ins 13. Jahrhundert, interessante Gesteinsvielfalt.
Monte Vulture (Basilikata): Erloschener Stratovulkan, bekannt für den Rotwein „Aglianico del Vulture“.
Sabatini (bei Rom): Vor ca. 70.000 Jahren erloschen, ebenfalls mit Kraterseen.
Warum lohnt sich dieser Überblick? Italien ist nicht nur wegen Vesuv und Ätna ein Hotspot. Nirgendwo sonst in Europa gibt es so viele unterschiedliche Vulkanarten auf engem Raum: Calderen, Schichtvulkane, Inselvulkane, sogar noch aktive Unterwasservulkane.
Statistisch gesehen: Rund 30 Vulkangebiete lassen sich in Italien zählen. Manche still, manche gefährlich lebendig.
Wenn man einmal auf einem Vulkan gestanden hat – egal ob Stromboli bei Nacht oder Amiata bei Sonnenaufgang – bleibt das Gefühl: Hier bewegt sich die Erde wirklich. Geschichte, Geologie, Natur und Risiko verschmelzen. Keine Postkartenkulisse, sondern eine reale Erinnerung daran, dass Italien auf einer geologischen Rasierklinge lebt.
Welche Vulkane in Italien sind noch aktiv?
Ätna, Stromboli und Vulcano gelten aktuell als aktiv. Campi Flegrei werden intensiv überwacht.
Welcher Vulkan ist am gefährlichsten?
Das größte Risiko für Menschen stellt der Vesuv dar – wegen der Nähe zu Neapel. Aber auch die Campi Flegrei sind potenziell extrem gefährlich.
Kann man alle Vulkane besichtigen?
Viele ja. Stromboli und Vulcano sind touristisch erschlossen. Andere wie Campi Flegrei sind eher wissenschaftlich interessant.
Gibt es Vulkane in Norditalien?
Nein. Die Vulkane konzentrieren sich auf Süditalien, Mittelitalien und die Inseln.
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